Legasthenie im Erwachsenenalter

Beratung Diagnostik Training

Aktuelles

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Eintrag vom 29.11.2021


Diskrepanzkriterium

Das sogenannte Diskrepanzkriterium wird zur Einordnung schulischer Fertigkeiten (Lesen, Schreiben, Rechnen) herangezogen, die sich abweichend von einer festgelegten Norm entwickeln. Also dann, wenn sie «deutlich unter dem Niveau liegen, das aufgrund des Alters, der allgemeinen Intelligenz und der Beschulung zu erwarten wäre» (Saß et al., 2003, 57).

Zur Diagnose einer Lernstörung nach ICD-10 muss sogar eine zweifache Diskrepanz vorliegen: die Leistungen einer Schülerin/ eines Schülers liegen deutlich unter den Leistungen der entsprechenden Alters- bzw. Klassenstufe und es besteht eine deutliche Diskrepanz zwischen den unterdurchschnittlichen Schulleistungen und der individuellen Intelligenz.

Die Anwendung des Diskrepanzkriteriums wird in der Fachwelt kontrovers diskutiert. Untersuchungen zeigen, dass bei Kindern mit und ohne Diskrepanz große Ähnlichkeiten zum Beispiel bei der Art der Lesefehler, den Schwierigkeiten im Bereich der phonologischen Bewusstheit oder des Arbeitsspeichers bestehen. Darüber hinaus profitieren beide Gruppen ähnlich gut von Unterstützungsangeboten wie einer Lerntherapie.

In einigen Ländern wird bereits auf das Diskrepanzkriterium bei der Diagnosestellung verzichtet. Aus unserer Sicht ein sinnvoller Schritt, um die Möglichkeiten der individuellen und ressourcenorientierten Förderung zu verbessern!


Eintrag vom 04.11.2021


Legasthenie-Mythen Teil II

„Wer eine Legasthenie hat, der hat Schwierigkeiten im Lesen UND Schreiben“ – Nein! Nicht zwangsläufig. Zwar gibt es die kombinierte Lese- und Rechtschreibstörung, bei der beide Fertigkeiten betroffen sind, das ICD-10 der Weltgesundheitsorganisation führt jedoch darüber hinaus die isolierte Rechtschreibstörung auf und ab 2022 im ICD-11 auch die isolierte Lesestörung. Das bedeutet, dass Betroffene zum Beispiel adäquat lesen können, aber große Schwierigkeiten mit dem (Recht-) Schreiben haben, beziehungsweise andersherum.

„Ein Training der Augen führt zu erheblichen Verbesserungen im Lesen und Schreiben“ – Nein! Eine gezielte Förderung setzt immer an den „Symptomen der Lese- und/ oder Rechtschreibstörung“ (vgl. S3 Leitlinie) an. Das bedeutet, dass in einem LRS-Training die konkreten Fähigkeiten geübt werden sollen, die den Betroffenen schwer fallen. Die Wirksamkeit von Trainingsansätzen, die an Grundfunktionen ansetzen, welche mit Misserfolg beim Schriftspracherwerb in Verbindung gebracht werden, wie z. B. auditive oder visuelle Wahrnehmungs- und Verarbeitungstrainings, medikamentösen Behandlungen und Irlen Linsen sowie die Wirkung alternativmedizinischer Verfahren konnte in Studien nicht bestätigt werden.


Eintrag vom 29.10.2021


Legasthenie-Mythen Teil I

„Das wächst sich aus“ – Nein! Eine Legasthenie ist persistierend, also fortbestehend oder andauernd. Im besten Fall führen das frühzeitige Erkennen, angemessene lerntherapeutische Unterstützung und ein verständnisvolles und kooperatives Umfeld zu einer Verbesserung der schriftsprachlichen Fähigkeiten. Auch im Erwachsenenalter kann eine individuell ausgerichtete Förderung noch viel bewirken. Leider wird noch zu oft dazu geraten, erst einmal abzuwarten – häufig verstreichen viele Jahre, in denen schon eine Förderung hätte stattfinden können.

„Alle Menschen mit Legasthenie machen die gleichen typischen Fehler“ – Nein! Die Erscheinungsformen von Legasthenie sind vielfältig. Typische Fehler, die auf alle zutreffen, gibt es in diesem Sinne nicht. Beim Schreiben können sowohl Auslassungen als auch Hinzufügungen oder auch Drehungen bei Buchstaben vorkommen. Häufig wird ein und dasselbe Wort unterschiedlich falsch geschrieben, es wird zum Beispiel einmal als fieleicht, ein anderes Mal als villeicht und ein weiteres Mal als fileicht realisiert. Aufgrund dieser großen Heterogenität ist eine umfassende Förderdiagnostik unbedingt erforderlich.


Eintrag vom 14.10.2021


Wintersemester

An vielen Universitäten und Hochschulen hat in diesen Tagen das Wintersemester begonnen. Vielerorts werden unter entsprechenden Auflagen wieder Präsenzveranstaltungen angeboten – für viele Studierende eine langersehnte Rückkehr an den Campus ihrer Uni. Viele haben die letzten drei Semester unter der digitalen Lehre gelitten, alleine in ihrem Studentenwohnheim, ohne „echten“ Kontakt zu anderen Studierenden und Lehrenden. Viele sehen die Uni in diesen Tag zum ersten Mal live und in Farbe und das obwohl sie nun schon im 4. Semester studieren.

Wir freuen uns mit den Studierenden über diesen ersten Schritt in Richtung Normalität und wünschen ihnen für das anstehende Wintersemester bereichernde Lehrveranstaltungen, regen Austausch mit Kommiliton:innen und eine gute, erfolgreiche und gesunde Zeit.

Für Studierende mit Legasthenie bieten wir ein umfangreiches Beratungsangebot an zum Thema Legasthenie im Studium, Nachteilsausgleich in Prüfungen, Diagnostik im Erwachsenenalter uvm. Von unserem Online-Training, das individuell auf die jeweiligen Bedürfnisse zugeschnitten ist, profitieren junge Erwachsene, die gezielt und ressourcenorientiert an ihren schriftsprachlichen Fähigkeiten arbeiten wollen.

Unter legasthenie.online erfahrt Ihr alles über unser Angebot, unsere Telefonsprechzeiten und weitere Infos zu unserem Projekt.


Eintrag vom 30.09.2021


Bundesweiter Aktionstag Legasthenie und Dyskalkulie

Seit einigen Jahren wird am 30. September der bundesweite Aktionstag Legasthenie und Dyskalkulie begangen, initiiert vom BVL (Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e.V.). Der BVL, zahlreiche Lerntherapeut*innen und eine Vielzahl von Einrichtungen wollen mit ihren Beiträgen rund um diesen Tag die Themen Legasthenie und Dyskalkulie einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen.

Aufklärung ist wichtig! Immer noch wissen zu wenig Menschen – auch in Bildungseinrichtungen – viel zu wenig über Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben und Rechnen. Woher diese kommen, wie man sie erkennt und vor allem wie man Betroffenen hilft.

Mit unserem Projekt wenden wir uns junge Erwachsene in Ausbildung, Studium oder Beruf, die von Legasthenie betroffen sind. Sie erhalten bei uns Beratung, Auskünfte zur Diagnostik und ein individuell abgestimmtes Online-Training.

Wir möchten mit unserer Arbeit außerdem dazu beitragen, dass mehr Menschen mehr über Legasthenie erfahren. Damit Betroffenen in allen Lebensbereichen und -abschnitten eine bestmögliche Unterstützung zukommt und sie gleichberechtigt teilhaben können in unserer Gesellschaft.

Mehr zu diesem Thema beim BVL


Eintrag vom 30.09.2021


Zum bundesweiten Aktionstag der Legasthenie ist im Stern ein Interessanter Artikel zum Thema erschienen!

Stern-Artikel


Eintrag vom 20.09.2021


Von der Diagnostik zur Förderung

Bevor wir mit dem Online-Training starten, führen wir eine ausführliche Förderdiagnostik durch. In den ersten Stunden machen wir uns ein genaues Bild von den Stärken und Grenzen unserer Klient*innen, um eine individuell ausgerichtete Förderung zu ermöglichen. Denn keine Legasthenie ist wie die andere. Es ist uns daher wichtig, einen möglichst genauen Eindruck von den Bedürfnissen zu erhalten, um passenden Unterstützungsangebote machen zu können.

Wir überprüfen unter anderem, ob die Schwierigkeiten eher im Lesen oder im Schreiben bestehen oder ob beides betroffen ist. Welche Fehlerschwerpunkte gibt es? An welchen Kompetenzen können wir anknüpfen? Welche Unterstützungsmaßnahmen hat es vielleicht schon in der Vergangenheit gegeben und wie verlief der bisherige Bildungsweg?

Betroffene mit Legasthenie sind oft auch emotional belastet. Sie haben viele Misserfolge erlebt, ihre Schullaufbahn war möglicherweise schwierig, ihr Selbstwertgefühl hat gelitten. Auch darüber sprechen wir in den Diagnostiksitzungen und berücksichtigen die Erkenntnisse in unserer Förderplanung.

Nicht zuletzt dient die Diagnostik auch dazu, dass wir uns kennenlernen! Denn nach unserem Verständnis kann eine Unterstützung nur dann erfolgreich sein, wenn die „Chemie“ zwischen Klient*in und Therapeut*in stimmt.

In einem ausführlichen Auswertungsgespräch erläutern wir, welche Schwerpunkte in der Förderung bearbeitet werden sollten, welche ersten Schritte wir mit dem/ der Klient*in gehen würden und klären alle noch bestehende Fragen.


Eintrag vom 08.09.2021


Weltalphabetisierungstag

Heute ist Weltalphabetisierungstag. Jedes Jahr am 8. September wird an die Problematik des Analphabetismus erinnert. Schätzungen zufolge können rund 860 Millionen erwachsene Menschen weltweit nicht lesen und schreiben (Quelle: wikipedia).

Wer nur auf sehr einfachem Niveau die Schriftsprache beherrscht, wird als gering literalisiert bezeichnet. Heute gibt es eine Vielzahl von Hilfs- und Unterstützungsangeboten in Deutschland für Betroffene. Häufig sind jedoch Angst und Scham Hinderungsgründe, diese Angebote anzunehmen. Sich als Erwachsene/r dazu zu bekennen, nicht lesen und schreiben zu können, fällt vielen sehr schwer.

Unser Angebot richtet sich an junge Erwachsene, die sich aufgrund einer nicht erkannten Legasthenie oder einer unzureichenden Förderung in der Schule Unterstützung beim Lesen und Schreiben wünschen. In einem kostenlosen Erstgespräch klären wir alle Fragen! Rufen Sie uns gerne an!


Eintrag vom 06.09.2021


Shortlistbroschüre des MEGAFON-Wettbewerbs

Wir haben zwar mit unserem Projekt legasthenie.online keinen Preis gewonnen, sind dafür aber auf der Shortlist der 15 besten Einreichungen gelandet.

Den Link zur Broschüre finden Sie hier:

Shortlistbroschüre


Eintrag vom 26.08.2021


MEGAFON Preisverleihung

Heute durften wir bei der Preisverleihung des MEGAFON Wettbewerbs der Joachim-Herz-Stiftung dabei sein! Ausgezeichnet wurde „Herausragendes Engagement in der Sprachförderung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen“.

Wir haben zwar keinen der Preise gewonnen, freuen uns aber sehr über die Nominierung für die Shortlist der besten Einsendungen und danken für die Einladung zur gelungenen Preisverleihung im Opernloft Altona im schönen Hamburg.

Glückwunsch an alle Gewinner:innen.


Eintrag vom 17.08.2021


Aufklärung ist wichtig

Mit unserem Projekt wollen wir nicht nur Erwachsenen mit Legasthenie durch ein gezieltes Online-Training helfen, sondern auch diejenigen aufklären und fortbilden, die in Ausbildung, Studium und Job mit Betroffenen zusammenarbeiten.

Ausbilder:innen, Lehrkräfte oder Vorgesetzte und Kolleg:innen wissen häufig wenig oder nichts über Legasthenie. Dieses Unwissen kann zu Missverständnissen und falschen Einschätzungen führen. Um dem entgegenzuwirken, bieten wir Online-Vorträge und Schulungen an. Zum Beispiel zu den verschiedenen Formen des Nachteilsausgleichs in Prüfungen an Berufsschulen, vor Handwerks- und Handelskammer oder an Universitäten und Fachhochschulen.

Unsere Telefonsprechstunde oder die Kontaktaufnahme per email steht allen Interessierten offen, die ein Anliegen rund um das Thema Legasthenie im Erwachsenenalter haben.

Aufklärung ist wichtig! Denn nur so können die Bedingungen für Menschen mit Legasthenie in Ausbildung, Studium und Beruf so verändert werden, dass sie erfolgreich partizipieren können.


Eintrag vom 09.08.2021


Wie sag ich`s dem Chef? Was denken die Kolleg:innen? Soll ich es den Mitschüler:innen erzählen?

Für Menschen mit Legasthenie ist es oft sehr schwer, offen gegenüber anderen mit ihren Schwierigkeiten im Lesen und/ oder Schreiben umzugehen. Sie haben in ihrer Schulzeit nicht selten Unverständnis seitens der Lehrkräfte und im schlimmsten Fall Mobbing durch Mitschüler:innen erfahren.

Die Angst sich in Studium, Ausbildung oder Beruf als Legastheniker:in zu „outen“ ist oft groß. Auch weil die Umwelt in den meisten Fällen nichts oder wenig über Legasthenie weiß. Betroffene haben die Sorge, dass man ihnen die Fähigkeit ein Studium, eine Ausbildung oder den Job zu absolvieren abspricht. Denn viele Menschen wissen einfach nicht, dass Legasthenie nicht gleichbedeutend mit einer Minderung der Intelligenz ist. Im Gegenteil haben Menschen mit Legasthenie häufig andere ausgeprägte Fähigkeiten wie Kreativität, ein hohes Maß an Empathiefähigkeit oder das Denken in komplexen Zusammenhängen.

Viele Erwachsene mit Legasthenie haben gute Erfahrungen damit gemacht, sich anderen gegenüber zu öffnen und von ihren Schwierigkeiten zu berichten. Wir stellen fest, dass Universitäten, Berufsschulen und auch Betriebe heute aufgeklärter sind und sich besser auf die unterschiedlichen Bedürfnisse junger Menschen einstellen. Mit unserer Arbeit wollen wir dazu beitragen, dass diese Aufklärung noch weiter voranschreitet.

Zum Thema Umgang mit Legasthenie im Erwachsenenalter bieten wir umfangreiche Beratung an: sowohl für Betroffene als auch für die Menschen, mit denen sie zu tun haben in Studium, Ausbildung oder Beruf.


Eintrag vom 04.08.2021


Ausbildungsstart

Deutschlandweit beginnt in diesen Tagen für viele junge Menschen ihre Berufsausbildung. Eine aufregende, lehrreiche und herausfordernde Zeit liegt vor den Auszubildenden. Der Start ins Berufsleben ist ein wichtiger Meilenstein für viele Menschen und markiert einen neuen Lebensabschnitt.

Menschen mit Legasthenie haben auch in der Berufsausbildung Anspruch auf einen Nachteilsausgleich. So können bei Klausuren in der Berufsschule oder bei Zwischen- und Abschlussprüfungen Hilfestellungen in Form von Zeitzugaben, veränderten Aufgabenformaten oder angepassten Prüfungsbedingungen gegeben werden.

Viele Berufsschulen und auch die Handwerks- und die Industrie- und Handelskammern bieten Beratung für Betroffene rund um die Ausbildung. Auch die Jungen Aktiven des BVL stehen mit Rat und Tat zur Verfügung.

Wir von legasthenie.online bieten für den norddeutschen Raum Beratung zum Thema Legasthenie im Erwachsenenalter, Unterstützung bei der Facharztsuche für eine Diagnosestellung und ein individuell abgestimmtes Online-Training an. Unsere Telefonsprechzeiten sind auf unserer Webseite legasthenie.online hinterlegt.

Wir wünschen allen Azubis einen guten Start in ihre Berufsausbildung! Viel Freude, Erfolg und alles Gute für die nächsten Jahre!


Eintrag vom 26.07.2021


Buchempfehlung

„Es ist normal, verschieden zu sein“ – Einblicke in ein Leben mit Dyskalkulie und/ oder Legasthenie anhand von 30 Biografien von Sonja Borowski

In sehr persönlichen und ehrlichen Beiträgen erzählen 30 Menschen mit Dyskalkulie und / oder Legasthenie aus ihrem Leben. Sie berichten von Schwierigkeiten in der Schule, Rückschlägen und Erfahrungen mit Mobbing und Ausgrenzung. Aber eben auch von ihren Träumen und ihren individuellen Stärken, die ihnen dabei geholfen haben, ihre Ziele zu erreichen.

Ein beeindruckendes Buch, das Betroffenen eine Stimme gibt und den Leser:innen einen Eindruck vermittelt, welchen Herausforderungen sich Menschen mit Dyskalkulie und/ oder Legasthenie stellen müssen.

Hier finden Sie die Daten zum Buch


Eintrag vom 16.07.2021


Wir freuen uns, dass das Thema „Legasthenie“ regelmäßig von der Presse aufgegriffen wird. Am 14.07.2021 ist ein weiterer Artikel in der Frankfurter Rundschau erschienen.

Artikel in der Frankfurter Rundschau


Eintrag vom 05.07.2021


Hausarbeiten schreiben im Studium

Das Sommersemester ist fast zu Ende und für viele Studierende beginnt damit die "Zeit der Hausarbeiten".
In vielen Lehrveranstaltungen muss die Prüfungsleistung in Form einer schriftlichen Hausarbeit erbracht werden.
Dabei müssen die Inhalte des vorausgegangenen Seminars oder der besuchten Vorlesung anhand einer Fragestellung vertieft, diskutiert und aufbereitet werden. Dies muss unter Einhaltung der Kriterien für wissenschaftliches Arbeiten erfolgen und bestimmte formale Vorgaben erfüllen.

Für viele Student:innen ist das Schreiben von Hausarbeiten eine große Herausforderung. Gerade der zeitliche Faktor wird oft unterschätzt und Abgabetermine rücken unaufhaltsam näher.

Viele Universitäten bieten Workshops oder Schreibwerkstätten an - auch online! Hier können sich Studierende Tipps holen und sich mit Gleichgesinnten austauschen.

Auch Studierende mit Legasthenie können sich hier Unterstützung holen!


Eintrag vom 21.06.2021


Legasthenie – wenn Lesen und Schreiben schwerfallen

Lesen und Schreiben sind hoch komplexe Vorgänge. Wer mit diesen sogenannten Kulturtechniken keine Schwierigkeiten hat, dem ist häufig auch gar nicht bewusst, was für eine Herausforderung das Lesen und Schreiben eigentlich darstellt.

Beim Lesen müssen aus einzelnen Lauten Silben werden, die dann zu Wörtern zusammengezogen werden. Das Verschleifen (Synthese) einzelner Laute (aus M und A wir Ma), die Einhaltung der Richtung und Reihenfolge, richtige Betonung und letztendlich die Sinnentnahme – all das gehört zum Vorgang des Lesens. Schwierigkeiten beim Lesevorgang kosten Menschen mit Legasthenie oft so viel Energie, dass es ihnen sehr schwer fällt, den Inhalt des Gelesenen zu erfassen.

In unserem Alltag gibt es zahlreiche Situationen, in denen das Lesen gefordert wird: sich in der Stadt orientieren, beim Einkaufen, in Verwaltungsinstitutionen Formulare ausfüllen, beim Arztbesuch und vieles mehr...

Nicht ausreichend lesen und schreiben zu können ist für Erwachsene häufig mit einem Gefühl von Scham verknüpft, schließlich fällt es scheinbar allen anderen „kinderleicht“. Ein gezieltes Training kann auch im Erwachsenenalter noch Verbesserungen bewirken und damit auch das Selbstwertgefühl steigern.


Eintrag vom 14.06.2021


Legasthenie – wenn Lesen und Schreiben schwerfallen

Lesen und Schreiben sind hoch komplexe Vorgänge. Wer mit diesen sogenannten Kulturtechniken keine Schwierigkeiten hat, dem ist häufig auch gar nicht bewusst, was für eine Herausforderung das Lesen und Schreiben eigentlich darstellt.

Um Wörter, Sätze und schließlich ganze Texte zu schreiben, müssen wir die Laute der gesprochenen Sprache in Schriftzeichen (Buchstaben) überführen. Das könnte relativ einfach sein, wenn es eine 1:1-Zuordnung von Lauten und Buchstaben (in der Fachsprache Phonem-Graphem-Korrespondenz) geben würde. Allerdings gibt es in der deutschen Sprache (und in den meisten anderen) Laute, die durch verschiedene Buchstaben realisiert werden. So wird die Lautfolge /ks/ in den Wörtern Kleckse, Kekse, Achse und Hexe viermal anders dargestellt. Auch andersherum gibt es keine eindeutige Zuordnung: Das o in „Ofen“ und „offen“ klingt definitiv nicht gleich, obwohl es mit ein und demselben Buchstaben ausgedrückt wird.

Von diesen Beispielen gibt es noch viele. Menschen, die nicht von einer Legasthenie betroffen sind und sich auch nicht zufälligerweise mit Linguistik beschäftigen oder als Lerntherapeut:in arbeiten, sind diese Phänomene nicht bewusst.

Für Menschen mit Legasthenie ist diese fehlende Einheitlichkeit aber eine enorme Herausforderung. Beim Erlernen von Rechtschreibstrategien begegnen ihnen immer wieder zahlreiche Ausnahmen, die sich eben nicht mit 100%igen Regeln ableiten lassen. Ein großer Teil muss einfach als Merkwort abgespeichert werden.

Nicht ausreichend lesen und schreiben zu können ist für Erwachsene häufig mit einem Gefühl von Scham verknüpft, schließlich fällt es scheinbar allen anderen „kinderleicht“. Ein gezieltes Training kann auch im Erwachsenenalter noch Verbesserungen bewirken und damit auch das Selbstwertgefühl steigern.


Eintrag vom 07.06.2021


Sommer der Berufsbildung

Mit dem „Sommer der Berufsbildung“ möchte die „Allianz für Aus- und Weiterbildung“ jungen Menschen helfen, einen passenden Ausbildungsplatz zu finden. Sie sollen mit Betrieben und Unternehmen sowie Fördereinrichtungen und Vermittlungsorganisationen zusammengebracht und motiviert werden, eine Ausbildung zu beginnen. Zahlreiche Aktionen und Events auf Bundes-, Landes- und regionaler Ebene sollen erfahrbar machen, dass eine berufliche Ausbildung ihnen eine gute berufliche Zukunft eröffnet, die nachhaltig und erfüllend ist.

Wir wünschen allen bei der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsplatz viel Erfolg!

Sommer der Berufsbildung


Eintrag vom 31.05.2021


AlphaDekade – 2016 bis 2026

Die Nationale Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung

„In Deutschland können rund 6,2 Millionen Erwachsene nur eingeschränkt oder überhaupt nicht lesen und schreiben. Sie gelten als gering literalisiert. Mit der „Nationalen Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung“ (AlphaDekade) setzen sich Bund, Länder und Partner verstärkt dafür ein, die Grundbildung in Deutschland zu verbessern.“

Lesen und Schreiben ermöglichen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Unsere hochkomplexe Welt erfordert in den meisten Bereichen das Beherrschen von Wort und Schrift. Für Menschen, die nur eingeschränkt lesen und/ oder schreiben können, entstehen im Alltag, im Beruf und im sozialen Miteinander Hürden, die oftmals nur schwer zu überwinden sind.

Den Zusammenhang zwischen Legasthenie und Funktionalem Analphabetismus hat die LEO-Level-One-Studie untersucht. Bei knapp 6 % der Befragten mit Funktionalem Analphabetismus wurde in der Vergangenheit eine Legasthenie diagnostiziert.

Die unzureichenden Diagnosemöglichkeiten für Erwachsene lassen allerdings die Vermutung zu, dass die Dunkelziffer noch weitaus höher sein könnte. Auch für Erwachsene kann ein gezieltes, individuell ausgerichtetes Training Verbesserungen im Lesen und Schreiben ermöglichen und somit die Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben erhöhen.

AlphaDekade – 2016 bis 2026


Eintrag vom 17.05.2021


Träger des Projektes "legasthenie.online" ist der gemeinnützige Verein "Integrative Lerntherapie Mecklenburg-Vorpommern e.V.". Sie können uns mit Ihren Einkäufen bei Amazon ohne Extrakosten unterstützen. Klicken Sie dazu auf den Link "Helfen über Amazon" oder führen Sie folgende Schritte auf Ihrem Smartphone aus:

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Vielen Dank!

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Eintrag vom 10.05.2021


Megafon-Wettbewerb der Joachim-Herz-Stiftung

Im März 2021 haben wir mit unserem Projekt legasthenie.online am MEGAFON-Wettbewerb der @joachimherzstiftung teilgenommen. Mit dem Preis werden gemeinnützige Organisationen ausgezeichnet, die sich der „Förderung von Sprachkompetenz und Literalität (im Sinne der Teilhabe an einer schriftbasierten Gesellschaft) von Jugendlichen und jungen Erwachsenen “ widmen.

Vielleicht können wir die Jury ja mit unserem Konzept überzeugen, welches eine Zusammenarbeit mit dem Regionalen Beruflichen Bildungszentrum Müritz (RBB Müritz) im Bereich der LRS-Förderung vorsieht. Wir sind gespannt auf die Entscheidung der Jury im Spätsommer!

MEGAFON – Preis der Joachim Herz Stiftung für herausragendes Engagement in der Sprachförderung


Eintrag vom 05.05.2021


Legasthenie in Ausbildung und Studium auch im Hamburger Abendblatt

Mit dem Thema "Legasthenie in Ausbildung und Studium" beschäftigt sich auch dieser Artikel im Hamburger Abendblatt.

Artikel im Hamburger Abendblatt


Eintrag vom 03.05.2021


Bundesweite Abschlussprüfungen der IHK

Am 04. und 05. Mai 2021 finden deutschlandweit die Abschlussprüfungen in verschiedenen Ausbildungsgängen vor den Industrie- und Handelskammern statt. Am Ende der zwei- oder dreijährigen Ausbildungszeit steht die Abschlussprüfung, die vor den Prüfungsausschüssen der Industrie- und Handelskammern abgelegt wird. Die Auszubildenden zeigen, welche Kenntnisse und Fähigkeiten sie während ihrer Ausbildung erworben haben und weisen somit ihre beruflichen Kompetenzen nach.

Die IHK organisiert die Prüfungen und stellt die Prüfungsausschüsse, die aus ehrenamtlichen Prüfern bestehen. Jedes Jahr werden in Deutschland rund 290.000 Prüfungen abgelegt.

Die Prüfungsausschüsse setzen auch die beantragten Nachteilsausgleiche um, etwa wenn Auszubildende mit Legasthenie ihre Abschlussprüfung ablegen. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, je nach dem individuellen Bedarf des Azubis. Grundlage für die Gewährung von Nachteilsausgleichen bildet u.a. das Berufsbildungsgesetz.

Eine Abschlussprüfung ist immer und für jeden eine Herausforderung! In diesem Jahr steht sie zusätzlich erneut im Zeichen der Corona-Pandemie.

Wir wünschen allen Auszubildenden viel Erfolg für ihre Abschlussprüfung!!!


Eintrag vom 24.04.2021


Das Thema "Legasthenie in der Ausbildung und im Studium" findet in der Öffentlichkeit immer mehr Beachtung – und das ist auch gut so. Wir können diesen Artikel in der Süddeutschen Zeitung allen Betroffenen und Interessierten empfehlen:

Artikel in der Süddeutschen Zeitung


Eintrag vom 19.04.2021


Online-Training für Erwachsene mit Legasthenie

Erwachsene mit Legasthenie haben sich häufig mit ihrer Situation arrangiert und die Schwierigkeiten im Lesen und/ oder Schreiben scheinen sie nicht allzu sehr zu beeinträchtigen. Doch Lebenssituationen können sich ändern. Zum Beispiel wenn eine berufliche Veränderung ansteht, eine Fort- oder Weiterbildung besucht werden soll oder aus ganz anderen persönlichen Gründen.

Auch Erwachsene mit Legasthenie profitieren von einem gezielten Training und können ihre Fähigkeiten verbessern. Unser Training ist individuell auf die Bedürfnisse unser Klient:innen zugeschnitten und orientiert sich an deren Stärken und Grenzen. Vor dem Training prüfen wir in einer ausführlichen informellen Diagnostik, wo die Stärken und die Unterstützungsbedarfe liegen. Denn Legasthenie ist nicht gleich Legasthenie und es gibt kein Einheitsrezept.

Unser Training erfolgt ausschließlich online per Videokonferenz. Das spart Zeit und Wege und ermöglicht eine gute Vereinbarkeit mit Ausbildung, Studium oder Beruf.


Eintrag vom 16.04.2021


Über legasthenie.online bieten wir jungen Erwachsenen ein qualifiziertes Legasthenie-Training an und wollen ihnen perspektivisch die Möglichkeit eröffnen, dieses über die Bundesagentur für Arbeit finanzieren zu lassen. Dafür benötigen wir eine Zertifizierung nach SGB III/AZAV, die ca. 5.000 € kostet.

Wenn Sie uns dabei unterstützen möchten, dann folgen Sie diesem Link:

Spendenaufruf für Zertifizierung


Eintrag vom 11.04.2021


Diagnostik bei Legasthenie im Erwachsenenalter

Für Kinder und Jugendliche erfolgt die Diagnose einer Legasthenie häufig bei Kinder- und Jugendpsychiater:innen oder dem zuständigen Schulamt. Im Erwachsenenalter ist eine Diagnosestellung weitaus schwieriger. Bei Beginn einer Ausbildung oder Aufnahme eines Studiums wird es unter Umständen erforderlich, ein aktuelles Gutachten vorzulegen. Diagnosen, die im Grundschulalter gestellt wurden, werden jetzt oftmals nicht mehr anerkannt. Psychiater:innen für Erwachsene führen jedoch sehr selten eine Diagnostik bei Legasthenie durch. Die wenigen Fachärzte, die eine entsprechende Diagnostik durchführen sind schwer zu finden. Daher ist es ratsam, sich noch vor Erreichen der Volljährigkeit testen zu lassen. Manchmal ist eine Testung bei einem/ einer Kinder-und Jugendpsychiater:in auch über den 18. Geburtstag hinaus möglich.

Die Diagnosestellung wird oftmals nicht von der Krankenkasse übernommen. Daher entstehen den Betroffenen auch noch hohe Kosten. Es ist ratsam, sich frühzeitig bei der zuständigen Handwerks- oder Handelskammer oder der Hochschule zu erkundigen, was für die Gewährung eines Nachteilsausgleichs genau benötigt wird.

Wir unterstützen junge Erwachsene bei allen auftretenden Fragen zur Diagnostik von Legasthenie im Erwachsenenalter! Unter www.legasthenie.online erfahren Betroffene und Interessierte mehr zu diesem Thema.


Eintrag vom 29.03.2021


Studieren mit Legasthenie? Das geht!

In Kürze startet an den Universitäten und Hochschulen das Sommersemester. Junge Menschen mit Legasthenie stellen sich die Frage, ob ein Studium für sie in Frage kommt und ob es möglich ist trotz Legasthenie in ihrem Wunschstudienfach zurecht zu kommen. Wie kann ein Studium mit Legasthenie gelingen?

Die Anforderungen im Bereich Lesen und Schreiben sind gerade im Studium oft hoch. Dennoch gibt es Hilfestellungen und Möglichkeiten für junge Menschen mit Legasthenie ihr Studium erfolgreich zu absolvieren. Viele Universitäten und Hochschulen haben Beratungsangebote zum Thema Nachteilsausgleich bei Prüfungen.

Bei uns erhalten Betroffene ein auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Online-Training, das bei den Herausforderungen im Studium weiterhilft.

Außerdem beraten wir Student:innen bei der Facharztsuche, zu dem für sie passenden Nachteilsausgleich und bei anderen Fragen und Problemstellungen, die im Studienalltag mit Legasthenie auftreten können.


Eintrag vom 15.03.2021


Bedeutet ein Nachteilsausgleich immer, dass ich 10 Minuten mehr Zeit bekomme?

Häufig begegnet uns dieser Irrglaube: Nachteilsausgleich bedeutet mehr Zeit in der Klausur oder der Prüfung. Eine Zeitzugabe bei Prüfungen ist aber nur eine Möglichkeit des Nachteilsausgleichs.

Zahlreiche andere Hilfestellungen, die individuell auf die Bedürfnisse des Prüflings zugeschnitten sein sollten, sind möglich:

- größere Schrift, für Legastheniker geeignete Schriftart
- weniger Aufgaben pro Seite für eine bessere Übersicht
- technische Hilfsmittel wie Vorlesestifte, Diktiergerät, Tablet, Laptop
- Aufgabenstellungen werden vorgelesen
- mündliche statt schriftlicher Prüfung

Grundlage für die Gewährung eines Nachteilsausgleichs sind im Übrigen das Grundgesetz, die UN-Behindertenrechtskonvention und das Berufsbildungsgesetz, in denen in verschiedenen Artikel darauf hingewiesen wird, dass „gleichberechtigte Teilhabe“ allen Menschen ermöglicht werden muss.


Eintrag vom 08.03.2021


Was ist eigentlich Legasthenie?

Menschen, die unter einer Legasthenie leiden, haben in unterschiedlichen Ausprägungen Schwierigkeiten mit dem Lesen und/oder Schreiben. Es existieren eine Vielzahl von Begriffen, die häufig auch unter Fachleuten nicht einheitlich benutzt werden: Dyslexie, Lese-Rechtschreib-Schwäche, Lese-Rechtschreib-Störung, LRS, …

Im ICD-10, dem internationalen Verzeichnis der Weltgesundheitsorganisation WHO wird erklärt, dass es sich „um eine umschriebene und bedeutsame Beeinträchtigung der Entwicklung von Lese- bzw. Rechtschreibfertigkeiten“ handelt. Diese Beeinträchtigungen sind dabei nicht auf eine Intelligenzminderung, Störungen im Sehen oder mangelnde Beschulung zurückzuführen.

Eine Legasthenie ist persistierend, das bedeutet die Schwierigkeiten im Lesen und Schreiben sind anhaltend und verschwinden nicht etwa im Erwachsenenalter. Festgestellt wird eine Legasthenie häufig im Grundschulalter, wenn Kinder im Schriftspracherwerb deutliche Schwierigkeiten haben. Hier hilft eine gezielte Förderung durch eine Lerntherapeutin/ einen Lerntherapeuten.

Auch nach der Schulzeit sehen sich Betroffenen mit ihren Schwierigkeiten konfrontiert, etwa wenn sie eine Ausbildung beginnen oder ein Studium aufnehmen. Viele wissen nicht, dass auch hier ein Anrecht auf Gewährung eines Nachteilsausgleichs besteht und ein gezieltes Training helfen kann.

I Wonder - Kurzfilm zum Thema Legasthenie vom BVL


Eintrag vom 01.03.2021


Es ist soweit! Unser Projekt legasthenie.online geht an den Start. Unter www.legasthenie.online bieten wir Beratung, Diagnostik und Training für Menschen mit Legasthenie an, die sich in Ausbildung, Studium oder Beruf befinden. Unser Angebot richtet sich an Betroffene, die

* Fragen zum Thema Nachteilsausgleich während der Ausbildung oder im Studium haben

* auf der Suche nach einem Facharzt sind, der ein Gutachten erstellen kann

* in einem gezielten Training ihre schriftsprachlichen Fähigkeiten erweitern möchten.

Für weitere Informationen besuchen Sie unsere Webseite. Dort erfahren Sie alles über unsere Arbeit, unsere Telefonsprechzeiten und können unseren Newsletter abonnieren.

Wir freuen uns, dass es nun los geht und hoffen darauf, möglichst vielen Menschen weiterhelfen zu können!


Herzlich willkommen!



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